Vor einigen Jahren war das Zweckentfremdungsverbot noch ein Begriff, den kaum jemand kannte. Heute, mit 16 eigenen Ferienwohnungen und über 2.000 Beratungen im Rücken, erlebe ich immer wieder, wie Vermieter in Fallen tappen, die mit ein bisschen Vorbereitung vollständig vermeidbar wären. 2026 wird das Thema noch einmal deutlich heißer — und wer jetzt nicht handelt, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern im schlimmsten Fall den kompletten Verlust seiner Einnahmequelle.
Dieser Artikel gibt dir einen ehrlichen, praxisnahen Überblick darüber, was das Zweckentfremdungsverbot Ferienwohnung für dich konkret bedeutet, welche Städte besonders streng vorgehen und wie du dich rechtlich und finanziell absicherst.
Video: So schützt du dich bei der Umnutzung deiner Ferienwohnung.
Was das Zweckentfremdungsverbot überhaupt bedeutet — und warum es 2026 relevanter denn je ist
Das Zweckentfremdungsverbot ist ein Instrument des deutschen Wohnraumschutzrechts. Es soll verhindern, dass Wohnraum, der eigentlich für die dauerhafte Nutzung durch Mieter gedacht ist, dauerhaft dem Wohnungsmarkt entzogen wird — zum Beispiel durch die Umwandlung in eine Ferienwohnung.
Ein Bundesgesetz zum Zweckentfremdungsverbot gibt es nicht. Die Länder entscheiden selbst, ob sie ein solches Verbot zulassen. „ZwVbG“ ist die Abkürzung des Berliner Zweckentfremdungsverbot-Gesetzes und kein bundesweiter Begriff. Andere Länder haben eigene Gesetze, zum Beispiel Hamburg, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen. In Hessen steht die Ermächtigung im Wohnungsaufsichtsgesetz. In den Flächenländern gilt das Verbot erst, wenn die Stadt zusätzlich eine Satzung erlässt. Das heißt: Was in Köln gilt, muss in Freiburg nicht gelten.
Warum 2026 ein Wendepunkt ist:
Mehrere Faktoren kommen gleichzeitig zusammen:
- Verschärfte Kontrollen durch digitale Überwachung: Städte wie Berlin, München und Hamburg setzen zunehmend auf automatisierte Systeme, die Inserate auf Plattformen wie Airbnb, Booking.com und VRBO mit Meldedaten abgleichen. Was früher manuell kaum zu prüfen war, ist heute mit wenigen Klicks nachvollziehbar.
- Neue EU-Verordnung zur Kurzzeitvermietung: Die EU-Verordnung 2024/1028 verpflichtet Plattformen ab 2025/2026 dazu, Vermieterdaten automatisch an nationale Behörden zu übermitteln. Das ist ein Paradigmenwechsel — Behörden müssen nicht mehr aktiv suchen, die Daten kommen zu ihnen.
- Politischer Druck durch Wohnungsnot: In Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt steigt der politische Druck, Ferienwohnungen stärker zu regulieren. Mehrere Kommunen haben angekündigt, ihre Satzungen 2025/2026 zu verschärfen.
Die wichtigsten Städte und ihre Regelungen im Überblick
Das Zweckentfremdungsverbot ist kein einheitliches Konstrukt. Die Tabelle zeigt eine Auswahl von Städten, für die ich eine aktuelle amtliche Quelle gefunden habe.
Städte mit Zweckentfremdungsverbot (Auswahl)
| Stadt | Rechtsgrundlage | Was bei Ferienwohnungen genehmigungs- oder registrierungspflichtig ist | Bußgeldrahmen laut Gesetz | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Berlin | Zweckentfremdungsverbot-Gesetz (ZwVbG) | Vermietung als Ferienwohnung nach Tagen oder Wochen ist Zweckentfremdung. Hauptwohnung während eigener Abwesenheit: Genehmigung im Regelfall. Nebenwohnung: nur im Einzelfall, höchstens 90 Tage im Jahr. Registrierungsnummer nach § 5a ZwVbG | bis 500.000 € (§ 7 Abs. 4 ZwVbG) | ZwVbG |
| Hamburg | Hamburgisches Wohnraumschutzgesetz (HmbWoSchG) | Hauptwohnung bis acht Wochen im Jahr ohne Genehmigung, darüber Genehmigung beim Bezirksamt. Wohnraumschutznummer seit 1. April 2019 | bis 500.000 € (§ 15 Abs. 3 HmbWoSchG) | HmbWoSchG, hamburg.de |
| Köln | Wohnraumstärkungsgesetz NRW (WohnStG NRW) + Wohnraumschutzsatzung (Neufassung seit 1. Juli 2022) | Wohnraum-ID vor dem Anbieten. Bis 90 Tage im Jahr genehmigungsfrei, darüber Genehmigung durch das Amt für Wohnungswesen | siehe WohnStG NRW | Stadt Köln, Bauportal NRW |
| Düsseldorf, Bonn, Dortmund, Münster | WohnStG NRW + jeweilige städtische Satzung | Wohnraum-ID seit 1. Juli 2022. Bis 90 Tage im Jahr genehmigungsfrei (Studierende 180 Tage), Belegungskalender führen | siehe WohnStG NRW | Bauportal NRW, Bauministerium NRW |
| Frankfurt am Main | § 12a Hessisches Wohnungsaufsichtsgesetz (HWoAufG) + Ferienwohnungssatzung vom 15.12.2022 (in Kraft seit 28.03.2023) | Jede Nutzung als Ferienwohnung, unabhängig von der Dauer. Hauptwohnung bei Abwesenheit bis acht Wochen: Genehmigung ohne Ausgleichszahlung | bis 25.000 € (§ 13 Abs. 2 HWoAufG) | Satzung, Bauaufsicht |
| Stuttgart | Zweckentfremdungsverbotsgesetz Baden-Württemberg (ZwEWG) + Satzung (verlängert bis 31.12.2030) | Mehr als zehn Wochen im Jahr Fremdenbeherbergung. Registrierung vor dem Anbieten | bis 100.000 €; Auskunfts- und Registrierungspflichten bis 50.000 € | Stadt Stuttgart |
| Freiburg | ZwEWG + Satzung (in Kraft seit 1. Februar 2024) | Mehr als zehn Wochen im Jahr Fremdenbeherbergung. Registrierungspflicht (§ 12 der Satzung) | bis 100.000 €; Registrierungsverstöße u. a. bis 50.000 € | Satzung |
| Hannover | Niedersächsisches Zweckentfremdungsgesetz + Zweckentfremdungssatzung (seit 11. Juli 2025) | Mehr als zwölf Wochen im Jahr als Ferienwohnung oder Monteurswohnung | bis 100.000 € | Stadt Hannover, Wirtschaftsministerium NI |
| Leipzig | Sächsisches Zweckentfremdungsverbotsgesetz (seit 19. März 2024) + Zweckentfremdungsverbotssatzung (Beschluss 21.08.2024) | Mehr als zwölf Wochen im Jahr Fremdbeherbergung oder Kurzzeitvermietung | bis 100.000 € (§ 6 Abs. 1 des Landesgesetzes) | Landesgesetz, Stadt Leipzig |
| Potsdam | Brandenburgisches Zweckentfremdungsverbotsgesetz (BbgZwVbG) + Satzung ZwEVSP (seit 30. April 2021, Neufassung ab 30. April 2026) | Mehr als acht Wochen im Jahr Fremdenbeherbergung | bis 100.000 € | Stadt Potsdam, BbgZwVbG |
Stand: Oktober 2026. Keine Rechtsberatung. Satzungen werden befristet erlassen und regelmäßig geändert. Prüf vor jeder Vermietung die aktuelle Fassung bei deiner Stadt.
Berlin
Berlin regelt das im Zweckentfremdungsverbot-Gesetz (ZwVbG). Die Vermietung als Ferienwohnung nach Tagen oder Wochen gilt dort ausdrücklich als Zweckentfremdung (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 ZwVbG). Für die eigene Hauptwohnung wird eine Genehmigung während deiner Abwesenheit im Regelfall erteilt, solange sie deine Hauptwohnung bleibt. Für eine Nebenwohnung gibt es eine Genehmigung nur im Einzelfall und für höchstens 90 Tage im Jahr. Hast du daneben noch eine Hauptwohnung in Berlin, soll keine Genehmigung erteilt werden (§ 3 ZwVbG).
Das Verfahren für die Registrierungsnummer nach der EU-Verordnung 2024/1028 steht in § 5a ZwVbG. Verstöße gegen die Genehmigungspflicht können mit bis zu 500.000 Euro geahndet werden (§ 7 Abs. 4 ZwVbG).
Hamburg
Hamburg regelt das im Hamburgischen Wohnraumschutzgesetz. Die Vermietung der eigenen Hauptwohnung bleibt ohne Genehmigung möglich, wenn sie auf höchstens acht Wochen im Kalenderjahr beschränkt ist. Für die kurzzeitige Überlassung an wechselnde Nutzer brauchst du seit dem 1. April 2019 eine Wohnraumschutznummer. Nummern, die vor dem 20. Mai 2026 vergeben wurden, bekommen eine Länderkennung (DEU) und den Hamburger Gemeindeschlüssel vorangestellt. Die Ausnahme für die Vermietung von weniger als der Hälfte der Wohnfläche entfällt laut Stadt zum 1. Januar 2027. Verstöße können bis zu 500.000 Euro kosten (§ 15 Abs. 3 HmbWoSchG).
München
München hat eine Zweckentfremdungssatzung auf Grundlage des bayerischen Landesgesetzes. Die aktuellen Grenzen und Bußgelder konnte ich für diesen Stand nicht in einer amtlichen Quelle prüfen. Deshalb fehlt München in der Tabelle. Frag vor jeder Vermietung direkt bei der Stadt nach.
Stuttgart und Freiburg
Baden-Württemberg hat sein Landesgesetz 2013 verabschiedet. Stuttgart hat das Verbot bis zum 31. Dezember 2030 verlängert. Zweckentfremdet ist dort Wohnraum, der mehr als insgesamt zehn Wochen im Kalenderjahr für Fremdenbeherbergung genutzt wird. Vor dem Anbieten auf Portalen musst du die Wohnung registrieren. In Freiburg gilt seit dem 1. Februar 2024 eine neue Satzung mit derselben Zehn-Wochen-Grenze und einer Registrierungspflicht. In beiden Städten drohen bis zu 100.000 Euro Bußgeld.
Köln, Düsseldorf und weitere NRW-Städte
In Nordrhein-Westfalen greift das Wohnraumstärkungsgesetz nur in Städten mit eigener Satzung. Laut Bauportal NRW sind das Aachen, Bonn, Brühl, Dortmund, Düsseldorf, Frechen, Köln, Münster und Wesseling. Dort brauchst du für die Kurzzeitvermietung eine Wohnraum-ID, die du in jeder Anzeige angeben musst. In Aachen, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Köln und Münster gilt das seit dem 1. Juli 2022. Mit der Wohnraum-ID darfst du an bis zu 90 Tagen im Jahr kurzzeitig vermieten. Darüber hinaus brauchst du eine Genehmigung, in Köln vom Amt für Wohnungswesen.
Frankfurt, Hannover, Leipzig und Potsdam
Frankfurt ist besonders streng: Dort braucht jede Nutzung als Ferienwohnung eine Genehmigung, unabhängig von der Dauer. In Hannover gilt seit dem 11. Juli 2025 eine Satzung mit einer Grenze von zwölf Wochen. Sachsen hat seit März 2024 ein Landesgesetz, Leipzig hat 2024 eine Satzung beschlossen. In Potsdam gilt seit dem 30. April 2021 eine Satzung, die Grenze liegt bei acht Wochen.
Rechenbeispiel: Was ein Verstoß kosten kann
Ein durchgerechnetes, hypothetisches Beispiel:
Der Fall: Ein Vermieter in einer Stadt mit Zweckentfremdungsverbot vermietet eine 65-Quadratmeter-Wohnung über Airbnb. Durchschnittlich 180 Nächte pro Jahr, Durchschnittspreis 120 Euro pro Nacht — also rund 21.600 Euro Jahreseinnahmen. Er hat keine Genehmigung, weil er denkt, die Wohnung sei sein „Zweitwohnsitz“ und damit irgendwie anders zu behandeln.
Was passiert: Der Vermieter erhält einen Anhörungsbogen von der zuständigen Behörde. Sie hat sein Inserat auf Airbnb gefunden, die Adresse mit dem Melderegister abgeglichen und festgestellt, dass die Wohnung nicht als Hauptwohnsitz gemeldet ist — und keine Genehmigung vorliegt.
Die Kosten:
- Bußgeld für die ungenehmigte Nutzung: 28.500 Euro
- Anwaltskosten für das Widerspruchsverfahren: 4.200 Euro
- Nachzahlung von Gewerbesteuer (die Behörde meldet den Fall ans Finanzamt): 6.800 Euro
- Verlust der Einnahmen während des Verfahrens (6 Monate Pause): 10.800 Euro
Gesamtschaden: rund 50.300 Euro — bei einem Jahresumsatz von 21.600 Euro.
Was hätte er tun können? Eine frühzeitige Beratung, eine korrekte Anmeldung oder — wenn keine Genehmigung möglich war — eine andere Nutzungsstrategie hätte diesen Schaden vollständig verhindert.
So beantragst du eine Genehmigung — und was du dabei beachten musst
Wenn du in einer Stadt mit Zweckentfremdungsverbot Ferienwohnung betreibst oder betreiben willst, ist der erste Schritt immer: Prüfe, ob du eine Genehmigung brauchst und ob du eine bekommen kannst.
Schritt 1: Zuständige Behörde identifizieren
Je nach Stadt ist das Wohnungsamt, das Bezirksamt oder das Kreisverwaltungsreferat zuständig. In Berlin und Hamburg sind es die Bezirksämter, in Frankfurt die Bauaufsicht, in Köln das Amt für Wohnungswesen.
Schritt 2: Unterlagen zusammenstellen
Typischerweise brauchst du:
- Grundbuchauszug oder Mietvertrag (als Nachweis deiner Verfügungsberechtigung)
- Grundriss der Wohnung
- Nachweis über die bisherige Nutzung
- Bei Eigentumswohnungen: Teilungserklärung und ggf. Zustimmung der Eigentümergemeinschaft
- Begründung, warum eine Ausnahme gerechtfertigt ist
Schritt 3: Ausnahmetatbestände prüfen
Die meisten Satzungen kennen Ausnahmen:
- Hauptwohnung mit Abwesenheitsvermietung: Du vermietest deine eigene Wohnung, während du im Urlaub bist — oft bis zu 8 Wochen genehmigungsfrei
- Wirtschaftliche Unzumutbarkeit: Wenn du nachweisen kannst, dass eine Dauervermietung wirtschaftlich nicht möglich ist (z.B. wegen Lage, Zustand, Zuschnitt)
- Übergangsregelungen: Viele Städte haben Bestandsschutzregelungen für Vermieter, die bereits vor Einführung der Satzung tätig waren
Schritt 4: Registrierungsnummer beantragen
In Berlin, Hamburg, Stuttgart, Freiburg und den NRW-Städten mit Satzung musst du dich registrieren, bevor du die Wohnung anbietest. In NRW wird die Wohnraum-ID bei der digitalen Registrierung über das Bauportal NRW sofort erzeugt. Beantrage die Nummer, bevor dein Inserat online geht.
Versicherung und Haftung: Was viele Vermieter übersehen
Das Zweckentfremdungsverbot Ferienwohnung hat auch eine versicherungsrechtliche Dimension, die in der Beratungspraxis massiv unterschätzt wird.
Das Kernproblem: Wenn du eine Wohnung ohne Genehmigung als Ferienwohnung betreibst und dabei ein Schaden entsteht — ein Gast verletzt sich, es gibt einen Wasserschaden, ein Brand bricht aus — kann deine Versicherung die Leistung verweigern. Der Grund: Du hast die Wohnung zweckwidrig genutzt, was als arglistige Täuschung oder grobe Fahrlässigkeit gewertet werden kann.
Im schlimmsten Fall heißt das: Ein Wasserschaden von beispielsweise 34.000 Euro bleibt komplett beim Vermieter hängen.
Was du tun solltest:
- Spezielle Ferienwohnungsversicherung abschließen: Eine normale Hausratversicherung oder Wohngebäudeversicherung deckt die gewerbliche Kurzzeitvermietung in der Regel nicht ab. Es gibt spezialisierte Produkte, die explizit für Ferienwohnungen konzipiert sind.
- Betreiberhaftpflicht: Wenn ein Gast sich in deiner Wohnung verletzt, haftest du als Betreiber. Eine Betreiberhaftpflicht ist kein Luxus, sondern Pflicht.
- Versicherung über die Plattform prüfen: Airbnb bietet den „AirCover“-Schutz an, der aber erhebliche Lücken hat und keine eigenständige Versicherung ersetzt.
- Genehmigungsstatus dokumentieren: Bewahre alle Genehmigungen, Registrierungsnummern und Korrespondenz mit Behörden sorgfältig auf. Im Schadensfall ist das dein wichtigstes Dokument.
Was 2026 konkret auf dich zukommt — und wie du dich vorbereitest
Lass mich konkret werden, was die nächsten 12-18 Monate bringen werden:
EU-Verordnung zur Kurzzeitvermietung (vollständige Umsetzung 2026): Plattformen müssen Vermieterdaten — Name, Adresse, Anzahl der Vermietungstage, Einnahmen — automatisch an nationale Behörden übermitteln. Das bedeutet: Jede Vermietung wird sichtbar. Wer bisher im Graubereich operiert hat, wird aufgedeckt.
Neue Satzungen in weiteren Städten: Leipzig hat seit 2024 eine Zweckentfremdungsverbotssatzung, Hannover seit Juli 2025. Dresden hat im Mai 2026 einen Satzungsentwurf mit einer Zwölf-Wochen-Grenze vorgelegt. Wenn du in einer wachsenden Stadt vermietest, beobachte die lokale Entwicklung genau.
Unterschiedliche Bußgeldrahmen: Die Obergrenzen reichen von 25.000 Euro in Frankfurt über 100.000 Euro in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen bis 500.000 Euro in Berlin und Hamburg (siehe Tabelle).
Was du jetzt tun solltest:
- Bestandsaufnahme: Prüfe für jede deiner Ferienwohnungen, ob du alle erforderlichen Genehmigungen und Registrierungsnummern hast
- Steuerliche Compliance: Stelle sicher, dass alle Einnahmen korrekt versteuert werden — die Behörden tauschen Daten aus
- Rechtliche Beratung: Lass deine Situation von einem auf Mietrecht spezialisierten Anwalt prüfen — einmalige Kosten von 300-500 Euro können fünfstellige Bußgelder verhindern
- Versicherungscheck: Überprüfe, ob deine aktuelle Versicherung die Ferienwohnungsnutzung explizit abdeckt
- Plattform-Compliance: Stelle sicher, dass alle deine Inserate die erforderlichen Registrierungsnummern enthalten
- Untervermietung klären: Vermietest du als Mieter oder Rent-to-Rent-Unternehmer, brauchst du zusätzlich die Zustimmung des Eigentümers. Was der BGH dazu sagt, liest du im Beitrag zum BGH-Urteil zur Untervermietung. Weitere Stolperfallen findest du unter Kurzzeitvermietung Risiken.
Häufige Fragen
Gilt das Zweckentfremdungsverbot für Ferienwohnungen in ganz Deutschland?
Nein. Das Zweckentfremdungsverbot Ferienwohnung gilt nur in Städten und Gemeinden, die eine entsprechende Satzung erlassen haben. Dazu sind sie nur berechtigt, wenn das jeweilige Bundesland ein entsprechendes Ermächtigungsgesetz verabschiedet hat. Ohne Landesgesetz kann eine Stadt kein solches Verbot erlassen. Achtung: Sachsen hat seit März 2024 ein Landesgesetz, und Leipzig hat davon Gebrauch gemacht. Prüfe immer die Regelung in deiner konkreten Stadt.
Was passiert, wenn ich meine Ferienwohnung ohne Genehmigung vermiete?
Du riskierst ein Bußgeld. Die Obergrenze hängt vom Land ab: bis zu 25.000 Euro nach hessischem Recht (Frankfurt), bis zu 100.000 Euro etwa in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen, bis zu 500.000 Euro in Berlin und Hamburg. Zusätzlich kann die Behörde anordnen, die Zweckentfremdung zu beenden und den Wohnraum wieder als Wohnung zu nutzen. Außerdem kann deine Versicherung im Schadensfall die Leistung verweigern.
Kann ich meine eigene Wohnung vermieten, wenn ich im Urlaub bin?
In den meisten Städten mit Zweckentfremdungsverbot ist die Vermietung der eigenen Hauptwohnung während der eigenen Abwesenheit bis zu einer bestimmten Grenze genehmigungsfrei möglich. Die Grenzen unterscheiden sich: acht Wochen in Hamburg, zwölf Wochen in Hannover, 90 Tage mit Wohnraum-ID in den NRW-Städten mit Satzung. In Frankfurt brauchst du selbst dafür eine Genehmigung, allerdings ohne Ausgleichszahlung. Wichtig: Es muss sich um deine tatsächliche Hauptwohnung handeln, und du musst die Wohnung nach deiner Rückkehr wieder selbst nutzen. Zweitwohnungen fallen nicht unter diese Ausnahme.
Wie bekomme ich eine Registrierungsnummer für meine Ferienwohnung?
Das hängt von der Stadt ab. In den NRW-Städten mit Satzung registrierst du dich digital über das Bauportal NRW, die Wohnraum-ID wird sofort erzeugt und ist kostenfrei. In Hamburg beantragst du die Wohnraumschutznummer bei der Stadt, in Berlin regelt § 5a ZwVbG das Verfahren. Halte Angaben zur Wohnung und zu deiner Verfügungsberechtigung bereit, etwa Grundbuchauszug oder Mietvertrag.
Lohnt sich eine Ferienwohnung in einer Stadt mit Zweckentfremdungsverbot überhaupt noch?
Ja — aber nur, wenn du die Regeln kennst und einhältst. Mit einer gültigen Genehmigung und korrekter Anmeldung ist die Kurzzeitvermietung in vielen Städten weiterhin profitabel. Der Schlüssel ist Compliance: Wer transparent agiert, korrekt angemeldet ist und alle Steuern zahlt, hat nichts zu befürchten. Wer im Graubereich operiert, trägt ein existenzielles Risiko — das sich 2026 durch die EU-Verordnung und verschärfte Kontrollen deutlich erhöht.
Mustafa Nemat Ali ist Versicherungsexperte und Vermieter mit 16 eigenen Ferienwohnungen in Deutschland. Er kommt auf über 2.000 Beratungen mit Vermietern zu den Themen Compliance, Versicherung und Regulierung. Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar — für deine konkrete Situation empfiehlt sich die Konsultation eines spezialisierten Anwalts.
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