Du vermietest eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus und fragst dich, ob du richtig abgesichert bist? Dann bist du hier genau richtig. Als Versicherungsexperte UND aktiver Ferienwohnungs-Betreiber kenne ich beide Seiten: die Theorie aus über zehn Jahren Versicherungsberatung und die Praxis aus dem täglichen Betrieb von 13 möblierten Apartments.
In diesem Leitfaden zum Thema Ferienwohnung versichern erfährst du, welche Versicherungen du als Gastgeber wirklich brauchst, wo die größten Lücken in Standardpolicen lauern und wie du deine Ferienunterkunft lückenlos absicherst — ohne zu viel zu bezahlen.
Ferienwohnung versichern: Warum Standardversicherungen nicht reichen
Viele Gastgeber glauben, dass ihre bestehende Wohngebäude- und Hausratversicherung auch die Ferienwohnung abdeckt. Allerdings ist das ein teurer Irrtum.
Das Problem: Standardpolicen sind für selbstgenutzten Wohnraum konzipiert — nicht für gewerblich genutzte Ferienunterkünfte mit ständigem Gästewechsel. Sobald du deine Wohnung über Airbnb, Booking.com oder andere Plattformen vermietest, ändern sich die Spielregeln (siehe auch die Schadenstatistik des GDV):
- Erhöhtes Schadensrisiko: Ständig wechselnde Gäste bedeuten mehr Abnutzung, mehr Unfälle, mehr Schadenspotenzial.
- Gewerbliche Nutzung: Die meisten privaten Policen schließen gewerbliche Nutzung explizit aus.
- Leerstand: Nach 60 bis 90 Tagen ohne Bewohner gilt bei vielen Policen eine erhöhte Gefahrenlage.
- Verkehrssicherungspflicht: Als Vermieter haftest du persönlich mit deinem gesamten Privatvermögen.
Die 5 Versicherungen, die jeder Gastgeber braucht
Egal ob du eine einzelne Ferienwohnung oder ein ganzes Portfolio betreibst — wenn du deine Ferienwohnung versichern willst, bilden diese fünf Versicherungen das Fundament deiner Absicherung.
1. Gebäudeversicherung
Was sie abdeckt: Schäden am Gebäude selbst durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel.
Warum du sie brauchst: Dein Gebäude ist dein größtes Asset. Ein Brand oder ein Rohrbruch kann Schäden im sechsstelligen Bereich verursachen. Ohne Gebäudeversicherung trägst du dieses Risiko allein. Deshalb ist sie die wichtigste Police, wenn du deine Ferienwohnung versichern möchtest.
- Melde dem Versicherer die Nutzung als Ferienunterkunft.
- Prüfe die Leerstandsklausel.
- Elementarschäden sind fast nie automatisch inkludiert.
- Achte auf eine ausreichende Versicherungssumme.
2. Betriebshaftpflichtversicherung
Was sie abdeckt: Schadensersatzansprüche Dritter — Personenschäden, Sachschäden und Vermögensschäden.
Warum du sie brauchst: Deine private Haftpflichtversicherung greift bei gewerblicher Vermietung nicht. Verletzt sich ein Gast in deiner Ferienwohnung, haftest du mit deinem Privatvermögen.
- Deckungssumme mindestens 5 Millionen Euro.
- Police muss explizit Kurzzeitvermietung abdecken.
- Schlüsselschäden prüfen.
3. Inventar- und Inhaltsversicherung
Was sie abdeckt: Möbel, Elektrogeräte, Einrichtung — alles, was sich in deiner Ferienwohnung befindet.
Warum du sie brauchst: Eine voll ausgestattete Ferienwohnung kostet schnell 15.000 bis 30.000 Euro. Schäden durch Gäste, Wasser oder Einbruch können dieses Inventar zerstören.
- Normale Hausratversicherung deckt gewerblich genutzte Räume NICHT ab.
- Versicherungssumme: 650 bis 800 €/m² Wohnfläche.
- Vandalismus durch Gäste prüfen.
4. Ertragsausfallversicherung
Was sie abdeckt: Entgangene Mieteinnahmen bei vorübergehender Unbewohnbarkeit.
Warum du sie brauchst: Ein Wasserschaden macht deine Unterkunft für Wochen unbewohnbar. Die laufenden Kosten laufen weiter.
- Tarif muss explizit Kurzzeitvermietung abdecken.
- Haftzeit: üblich sind 6 bis 12 Monate.
5. Rechtsschutzversicherung
Was sie abdeckt: Anwalts- und Gerichtskosten bei Vermietungsstreitigkeiten.
Warum du sie brauchst: Streitigkeiten mit Gästen, Nachbarn oder Behörden kosten schnell 5.000 bis 20.000 Euro.
Darüber hinaus erhöht der hohe Gästewechsel das Konfliktpotenzial. Nicht jeder Versicherer nimmt Kurzzeitvermieter überhaupt auf.
Privat vs. Gewerblich: Was gilt für deine Vermietung?
Die Frage, ob deine Vermietung als privat oder gewerblich eingestuft wird, ist entscheidend — und wird von vielen Gastgebern unterschätzt.
Grundregel: Sobald du eine Ferienwohnung regelmäßig und mit Gewinnabsicht vermietest, liegt eine gewerbliche Tätigkeit vor:
- Mehrere Einheiten
- Hoteltypische Zusatzleistungen (Reinigung, Wäsche, Frühstück)
- Buchbar über professionelle Plattformen
- Mehr als 24.500 € Jahresumsatz
Grauzone: Gelegentliche Vermietung kann als privat durchgehen. Jedoch solltest du deinen Versicherer in jedem Fall informieren — andernfalls riskierst du den Schutz zu verlieren.
Ferienwohnung versichern: Typische Versicherungslücken
Selbst Gastgeber mit allen fünf Grundversicherungen übersehen häufig diese Lücken:
Lücke 1: Plattform-Schutz ist keine echte Versicherung
Airbnb AirCover ist lediglich ein Kulanzprogramm mit engen Grenzen. Booking.com bietet gar keine Haftpflichtdeckung. Kein Ersatz für eigene Versicherungen.
Lücke 2: Elementarschäden nicht versichert
Hochwasser, Starkregen, Erdrutsch — dennoch bei den meisten Gebäudeversicherungen NICHT automatisch enthalten.
Lücke 3: Leerstand nicht gemeldet
Ab 60 bis 90 Tagen Leerstand greifen viele Policen nicht mehr. Folglich riskierst du eine Leistungskürzung.
Lücke 4: Schlüsselschäden nicht abgedeckt
Erneuerung der Schließanlage: 5.000 bis 15.000 €. In vielen Haftpflichtpolicen nicht enthalten.
Lücke 5: Mietsachschäden durch Gäste
Die private Haftpflicht des Gastes schließt Mietsachschäden an beweglichen Sachen häufig aus.
Ferienwohnung versichern — Checkliste
Geh diese 10 Fragen durch. Jedes „Nein“ ist eine Lücke:
So gehst du jetzt vor
Die meisten Gastgeber, die ihre Ferienwohnung versichern wollen, kennen die Lücken nicht — bis es zu spät ist.
Ich habe deshalb das Fewo Konzept entwickelt: eine systematische Absicherung speziell für Ferienwohnungs-Betreiber.
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