Unfallversicherung

Es passiert schnell und ohne Vorwarnung, ein Unfall. Während der Arbeit, beim Sport oder auch bei einem gemütlichen Spaziergang um den See. 
Es gibt eine spezielle Sache, auf die du in deinem normalen Alltag nicht verzichten kannst und das ist dein Körper – ohne ihn wärst du nicht in der Lage, all das zu tun. Eine Unfallversicherung schützt dich hier.

Je nach Alter, Gesundheitszustand, Versicherungssumme oder Beruf, muss die Absicherung auf den persönlichen Bedarf abgestimmt werden.

In diesem Blog wird es um folgende Punkte gehen:

  • Unterschied zwischen der gesetzlichen und privaten Unfallversicherung
  • Wann ist der Versicherungsbegriff „Unfall“ erfüllt?
  • Der Versicherungsumfang – was ist wichtig?
  • Wonach leistet die Unfallversicherung?
  • Tipps und Tricks

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Unterschied zwischen der gesetzlichen und privaten Unfallversicherung:

Wie du bestimmt schon weißt, bist du als Angestellter über die gesetzliche Unfallversicherung im Zuge deiner Tätigkeit abgesichert. Das heißt du bist auf dem Weg zur Arbeit, auf der Arbeit sowie gegen Berufskrankheiten durch die gesetzliche Unfallversicherung oder auch Berufsgenossenschaft abgesichert.

Jetzt müsste sich dir folgende Frage stellen. Was ist, wenn ich in meiner Freizeit verunfalle? Hier kommt nun die private Unfallversicherung zum Vorschein. Laut Statistiken passieren die meisten Unfälle in der Freizeit. Logisch, da wir für gewöhnlich mehr Zeit außerhalb unserer Arbeitsstätte verbringen.

Ein weiterer nennenswerter Punkt ist auch, dass du über die private Unfallversicherung weltweit abgesichert bist und das 24 Stunden am Tag.

Wann ist der Versicherungsbegriff in der Unfallversicherung erfüllt?

Es gibt eine klare Definition des Unfallbegriffs. Diesen kann man sich wie folgt merken: (P)lötzlich, von (A)ußen, (U)nfreiwillig, auf den (K)örper, eintretendes (E)reignis – PAUKE.

Sofern alle diese Kriterien erfüllt sind, ist folglich der Unfallbegriff erfüllt.

Der Versicherungsumfang – was ist wichtig:

Die Versicherungssumme inkl. Progression ist das Grundgerüst der privaten Unfallversicherung. Es ist schwierig sich als Laie vorzustellen, wie hoch diese ausfallen muss, um eine ausreichende Deckung zu bieten. Eine kleine Faustformel hierzu ist folgende: 4-6 Jahresbruttoeinkommen.

( z. B. Bankkaufmann mtl. Einkommen 2.400,00 €

  2.400,00 € x 12 Monate = 28.800,00 € p. a. 

  28.800,00 € x 4              = 115.000,00 €)

Progression

Die Progression steigert z.B. in einer Vollinvalidität deine Versicherungssumme.

Prozentsätze wie 250%, 300%, 600% etc. können hier vereinbart werden. Nehmen wir unser Beispiel und du sicherst die Grundsumme mit 115.000,00 € ab, dann würdest du bei einer Progressionsstaffel von 250% eine Leistung in Höhe von 287.500,00 € als Kapitalleistung ausgezahlt bekommen. Das Geld ist vorrangig dafür gedacht, dein Umfeld so umzubauen, dass du nach dem Unfall weiterhin so eigenständig wie möglich leben kannst. Solltest du nach einem Unfall in den Rollstuhl kommen, so bedarf es eines ebenerdiges Wohnumfeldes. Anbei hänge ich ein kleines Schaubild zur Verdeutlichung an.

Mehrleistung

Gegenüber der genannten Progression steht die Mehrleistung. Die Mehrleistung ist an Invaliditätsgraden geschlüsselt und zahlt je nach Invaliditätsgrad die 2-fache, 3-fache oder auch 5-fache Leistung der jeweiligen Versicherungssumme. Dies variiert von Versicherung zu Versicherung, ist vom Grundaufbau jedoch gleich.

Die Progression eignet sich in den meisten Fällen gut dafür, Worst-Case-Szenarien bestens zu versichern, da die Leistungen bei Vollinvalidität auch progressiv steigen.

Neben der Kapitalleistung ist eine zu zahlende Unfallrente in den meisten Unfallversicherungen möglich. Außerdem bieten die meisten Gesellschaften ein Verletzungsgeld, Krankenhaustagegeld sowie eine Todesfallleistung an. Hierbei ist zu beachten, dass es nur zu einer Leistung kommt, wenn ein Unfall die Ursache war. Zusätzlich können Bergungskosten sowie kosmetische Operationen nach einem Unfall geleistet werden. Bei den meisten Versicherern sind die 2 letztgenannten Bausteine kostenfrei eingeschlossen.

Ein weiterer Punkt, der individuell eingeschlossen werden kann, sind die Assistenzleistungen. Nicht jeder hat Verwandte, Freunde oder Bekannt, die sich um eine verunfallte Person kümmern können. Hinzu kommt, dass viele Verunfallte diese HIlfe auch nicht von Menschen aus ihrem direkten Umfeld annehmen wollen. Alltägliche Dinge wie einkaufen, kochen, putzen etc. können schnell zur Qual oder gar nicht mehr ausgeübt werden. Zusatzbausteine wie die “Soforthilfe” bieten dir einen 24 Stunden Dienstleister, der für dich einkaufen geht, die Wohnung putzt, Essen bringt – all das, was dir vielleicht nicht mehr möglich ist. Ebenso wichtig ist der Zusatzbaustein “Rehahilfe”, welcher dir durch verschiedene Reha-Maßnahmen hilft, schnell wieder auf die Beine zu kommen. Dadurch genießt du die Privilegien eines Privatpatienten in der Reha-Phase. Beide Assistenzleistungen erhöhen den Beitrag deiner Unfallversicherung.

Wonach leistet die Unfallversicherung:

Die Unfallversicherung leistet nach der sogenannten “Gliedertaxe”. Diese wurde ausgestellt vom GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) und unterteilt die einzelnen Glieder des Körpers in Prozentzahlen (z. B. Daumen – 20%; Arm – 70%).

Die Berechnung der Invalidität und der daraus entstehenden Leistung wird also anhand der Prozentzahlen berechnet, in die dein Körper unterteilt ist. Je nach Invaliditätsgrad, wird die Summe dann durch die Progression bzw. Mehrleistung gesteigert.
Für bestimmte Berufsgruppen wie Musiker oder Sportler ist es sehr wichtig, eine individuelle Gliedertaxe mit dem Versicherer zu vereinbaren. Insbesondere für Heilberufe, bieten die meisten Versicherer eine spezielle Gliedertaxe an. Zu den Heilberufen gehören für gewöhnlich Ärzte, Zahnärzte, Sanitätsoffiziere, Medizinstudenten im praktischen Jahr, Heilpraktiker, Tierärzte, Masseure, Physiotherapeuten, Hebammen, und Osteopathen.
Sollten nach einem Unfall verschiedene Verletzungen eingetreten sein, so addieren sich die Gliedertaxen dementsprechend.
Hier kannst du den Aufbau der Gliedertaxe sehen, den der GDV veröffentlicht hat.

Arm
bis oberhalb des Ellenbogengelenks65%
unterhalb des Ellenbogengelenks60%
Hand55%
Daumen20%
Zeigefinger10%
ein anderer Finger 5%
Bein
über Mitte des Oberschenkels70%
bis Mitte des Oberschenkels60%
bis unterhalb des Knies45%
bis Mitte des Unterschenkels40%
Fuß40%
große Zehe5%
eine andere Zehe2%
Auge
beide Augen100%
ein Auge50%
Ohr
Gehör auf beiden Ohren60%
Gehör auf einem Ohr30%
Sinnesbeeinträchtigung
Geruchssinn10%
Geschmackssinn5%

Tipps und Tricks in der Unfallversicherung:

Besonders in jüngeren Jahren ist den meisten Menschen nicht bewusst, wie wichtig eine Unfallversicherung ist oder sie haben nicht das nötige Geld, um gut abgesichert zu sein. Eine Empfehlung ist daher, den Beitrag durch Abwahl der Bausteine niedrig zu halten, aber nicht an der Stellschraube der Versicherungssumme zu drehen. Sollte nämlich die Versicherungssumme zu niedrig gehalten werden und der Ernstfall tritt ein, reicht der Vertrag nicht aus, um sein Umfeld entsprechend umzubauen! Deshalb eher an den Zusatzpaketen pfeilen, als an der Versicherungssumme. Die Zusatzbausteine können später immer noch eingeschlossen werden.

Ein weiterer Tipp geht an alle Familien mit Nachwuchs – euer Neugeborenes ist in den ersten Jahren bei den meisten Versicherern beitragsfrei mitversichert. Daher sollten die Kinder nach ihrer Geburt beim Versicherer gemeldet werden. Dafür reicht meist eine Whatsapp mit dem Namen und dem Geburtsdatum.

Das war unsere kleine Leselektüre zum Thema Unfallversicherung. Ich hoffe, es wurde ein wenig Licht ins Dunkle gebracht und einige Fragen geklärt. Die Fragen, die nun neu entstanden sind, beantworten wir euch gerne auf unseren social-media-Kanälen oder in einem persönliches Gespräch. Schaut euch auch gerne unser Video zum Thema Unfallversicherung an, um nochmal kurz und knapp die wichtigsten Punkte im Videoformat zu verinnerlichen.

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