Kündigung
Dezember 17, 2020
Mustafa Nemat Ali

Kündigung wegen Beitragserhöhung, Verkauf oder Schaden

Jährlich behält sich die Versicherung vor, die Beiträge zu erhöhen. Das kann mehrere Gründe haben:

  • Tarifanpassungen
  • Höhere Schadensquote
  • Beitragserhöhung mit Leistungserhöhung (Dynamik)
  • Beitragserhöhung wegen neuer Tarifzone

Die eigenen Versicherungen lassen sich in der Regel ordentlich zum Vertragsablauf kündigen. Sollte man die Verträge nicht kündigen, verlängern sich die Verträge automatisch um ein weiteres Jahr.

Im Schadensfall haben Versicherung und Versicherungsnehmer ebenfalls ein Kündigungsrecht. Außerdem kannst du deinen Tarif bei einer Beitragserhöhung ohne Leistungserhöhung kündigen.

Hier ist klar zu erwähnen, dass jeder Kunde eine Beitragserhöhung mit Leistungserhöhung ablehnen kann, indem der Erhöhung schriftlich widersprochen wird.

Kündigung – am besten per FAX

Kündigung wegen Beitragserhöhung

Sollten sich deine Beiträge erhöhen, ohne dass die Versicherungssumme entsprechend angepasst wird, hast du ein “außerordentliches Kündigungsrecht“. Daher ist es wichtig, schnell zu handeln.

Ein außerordentliches Kündigungsrecht besteht außerdem, wenn die Beiträge gleich bleiben und die Versicherungsleistungen reduziert werden.

Eine Kündigung aufgrund von Beitragserhöhung muss spätestens einen Monat nach Ankündigung beim Versicherer eingehen. Wirksam wird diese Kündigung zum Zeitpunkt, ab dem die höhere Prämie oder die schlechtere Versicherungsleistung gültig wäre.

In der privaten Krankenversicherung beträgt die Frist 2 Monate. Zusätzlich erweitert sich die außerordentliche Kündigung bei der privaten Krankenversicherung, wenn die jährliche Selbstbeteiligung erhöht wird.

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung beispielsweise ist es oft sinnvoll eine Dynamik (Beitragserhöhung mit Leistungserhöhung) zu vereinbaren. Steigt der Beitrag gleich zu den versicherten Leistungen, hast du kein außerordentliches Kündigungsrecht. In diesem Fall kommt nur eine ordentliche Kündigung in Frage.

Autoversicherung wird teurer?

Bei einer sogenannten versteckten Beitragsanpassung kannst du deinen Vertrag über eine Sonderkündigung zu einem anderen Anbieter wechseln. In den meisten Fällen sparst du dadurch mehr Geld. Wir haben bereits Fälle erlebt, in dem der Kunde bei einem Wechsel mit gleichen Leistungen jährlich 700 € gespart hat.

Bei einem Wechsel ist zu beachten, dass die Kündigung innerhalb eines Monats beim Versicherer eingehen muss. Zusätzlich sollte eine nahtlose Umdeckung erfolgen, da eine KFZ-Haftpflichtversicherung in Deutschland für alle Fahrzeughalter nach Paragraph 1 PflVG Gesetz vorgeschrieben ist.

Es ist sehr wichtig, bei einem Wechsel nicht ausschließlich auf den Preis zu achten. Die versicherten Leistungen solltest du ebenfalls vergleichen. Unseren Beitrag zum Thema Autoversicherung kannst du dazu Hier nachlesen.

Autofahrer können ihre KFZ-Versicherung auch ohne Beitragsanpassung regulär kündigen. Die Frist dafür endet bei den meisten Versicherern am 30. November. Genau nachlesen kann man den Ablauf in der Versicherungspolice.

Kündigungen aus besonderen Anlässen

Nach einem Umzug, Haus- oder Autoverkauf hast du ebenfalls die Möglichkeit bestimmte Versicherungsverträge zu kündigen.

Wenn du in eine andere Stadt ziehst, kann die Hausratversicherung gekündigt werden, wenn bei der neuen Berechnung eine neue Tarifzone gewählt wird und das teurer für dich wird. Auch hier beträgt die Kündigungsfrist einen Monat.

Beim Verkauf eines Hauses kann der Käufer die Wohngebäudeversicherung kündigen.
Die Kündigung dafür kann erst erfolgen, nachdem der Käufer als Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist. Ab diesem Zeitpunkt besteht eine Kündigungsfrist von einem Monat.

Solltest du dein Auto verkaufen, so wird mit der Abmeldung bei der Zulassungsstelle der KFZ-Vertrag ebenfalls beendet. Zu viel gezahlte Beiträge werden dann gutgeschrieben.

Tipp: Halte im Kaufvertrag schriftlich fest, wann die Fahrzeugübergabe genau stattgefunden hat (Uhrzeit und Datum) und das eine Ummeldung unverzüglich erfolgen wird, damit rechtliche Streitigkeiten erst gar nicht entstehen.

Beim Tod des Versicherungsnehmers enden einige Verträge ebenfalls. Andere wiederum können vom Erben übernommen werden.

Kündigung nach einem Versicherungsfall

Nach jedem Schaden kann der Versicherer oder Versicherungsnehmer kündigen. Vorher ist jedoch nach versicherten Bedingungen zu leisten. 

Eine Kündigung kann nur erfolgen, wenn es sich um ein versicherungspflichtigen Schaden gehandelt hat. Hier handelt es sich dann um eine außerordentliche Kündigung. 
Die Kündigung muss in einer Frist von einem Monat erfolgen. 

Grundsätzlich ist es immer von Vorteil, wenn der Versicherungsnehmer kündigt und nicht die Versicherungsgesellschaft einen Vertrag mit dem Kunden kündigt.

Fazit

Du siehst, dass die Kündigungen sich oftmals unterscheiden. Als Faustformel kannst du dir jedoch merken, dass es bei einer Schlechterstellung für dich immer bedeutet, dass du deinen Vertrag außerordentlich oder Sonderkündigen kannst.

Teile gerne diesen Beitrag um andere auf das Thema aufmerksam zu machen!

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